SPX Forum – Dem Prosumer eine Stimme geben

Diese Woche hatten wir die Möglichkeit, auf dem 17. Forum Solarpraxis Neue Energiewelt in Berlin, in der Session „Wie tickt der Prosumer“ einen Vortag zu halten.
Im Vorfeld der Veranstaltung haben wir hierzu eine Onlineumfrage unter PV-Betreiber im Photovoltaikforum durchgeführt. Wir sind strategisch so vorgegangen, dass wir gezielt eine Gruppe von Usern im Forum angeschrieben haben, aus einem Portfolio von über 70.000 Usern, welche wir als typische Prosumer eingestuft hatten. Angeschrieben wurden davon ca. 6.000 User, wovon spontan innerhalb weniger Tage 1465 User an der Umfrage teilgenommen haben. Die Umfrage wurde auch deshalb vielleicht so gut angenommen, da wir die Fragestellungen und Antwortmöglichkeiten sehr plakativ gestellt haben und den User nur zwischen „Fisch und Fleisch“ auswählen ließen. So schrieb uns ein User in den Thread im PV-Forum:
„Die Antworten sind nett formuliert, da macht das auswählen gleich viel mehr Spaß als bei drögen Standard-Umfragen“.

Mit dem geballten Response der Prosumer durften wir in Berlin die Ergebnisse vorstellen, verpackt in aussagekräftigen Folien und Grafiken, für die Entscheider in der Photovoltaikbranche. Das Feedback zum Vortrag war enorm und es herrschte einstimmig die Meinung, dass der Endkunde bzw. Prosumer oftmals nicht gehört wird, da der Zugang zu ihm fehlt. Mit dem Bündnis zwischen dem Photovoltaikforum und der De[nk]zentrale Energie besteht die Möglichkeit, mit dem Ohr direkt beim Endkunden zu sein, um wirklich zu erfahren, wie der Prosumer tickt.

Auszug aus der Pressemitteilung von Solarpraxis Neue Energiewelt AG:

Neue Komplexität im Verbrauchermarkt

Neben der Angebotsseite der neuen Energiewelt waren aktuelle  Auswirkungen auf der Nachfrageseite ein zentrales Thema. Markus Lohr, Geschäftsführer der DE[NK]ZENTRALE ENERGIE stellte Ergebnisse seiner Studie „Wie tickt der Prosumer?“ vor: „Schublade auf, Prosumer rein, Schublade zu funktioniert nicht. Betreiber von Solaranlagen haben unterschiedliche Motive, warum sie sich für Solarenergie interessieren. Was jedoch alle von uns Befragten vereint, ist ein hohes Interesse an regional erzeugtem, erneuerbaren Strom. Über 2/3 der 1.409 befragten Solaranlagenbetreiber würden ihren Strom gerne regional verkaufen oder regional erzeugten Strom beziehen. Hier zeichnen sich große Veränderungen im Verhalten der Haushalte ab, die durch Technologien wie die Blockchain befeuert werden.“

Zum Vortrag

Miet-Photovoltaik bisher wenig erfolgreich

Im PV-Magazin hat Markus Lohr in der Septemberausgabe (Seite 66) seine Erfahrungen und Hintergründe zu Miet-Photovoltaik dargestellt. Markus Lohr, als Gründer und Geschäftsführer des Marktforschungsunternehmens „Denkzentrale Energie“ hat auf Grund seiner Tätigkeit für verschiedene Stadtwerke und Unternehmen in der Energiewirtschaft die Angebote der Stadtwerke im Detail genauer angeschaut. Er kommt zur Aussage: „es fällt auf, dass Stadtwerke ihre Anlagen sehr klein dimensionieren“. Es gibt einem Trend zu mehr Eigenverbrauchsanlagen. Doch im Gesamtmarkt lässt sich der Trend zu sehr kleinen Anlagen so nicht feststellen. Seine Analysen zeigen auch, dass Stadtwerke im Markt von Anlagen kleiner fünf Kilowatt – vor allem kurz nach Einführung des Produktes – durchaus erfolgreich sind. Nur, die Anlagen sind so klein, dass sie beim Gesamtzubau kaum zu Buche schlagen.

Auch stehen die Pachtzinsen der Anbieter in großer Kritik bei den üblichen Investoren, wie z.B. User aus der Photovoltaikforum. Dass die Wirtschaftlichkeit einer Miet-Photovoltaik-Anlage nicht so gut ist, wie bei einer Investition in eine eigene Anlage ist erstens klar, da das finanzierende Stadtwerk auch etwas verdienen muss, und zweitens hält Markus Lohr das nicht für „schlimm“. Die Entscheidung für die Installation der Photovoltaik-Anlage sei sowieso keine rein wirtschaftliche, sondern auch, oder vor allem, eine emotionale Entscheidung. Stadtwerken müsse es gelingen, diese emotionalen Treiber anzusprechen und in der Kommunikation nicht nur die Einsparungen in den Mittelpunkt zu stellen.

Zur Studie Photovoltaik Pachtmodelle

Speicher nachrüsten

Aktuell sind wir dabei eine neue Kundenkampagne zu organisieren und umsetzen. Die Marktzahlen sagen aus, dass ca. 30% aller neu gebauten PV-Anlagen mit einem Stromspeicher gebaut werden.
Wir vermissen aber Zahlen aus dem Bereich Retrofitmarkt von bestehenden PV-Anlagen, die einen Speicher nachrüsten. Wir finden den Bereich „Speicher nachrüsten“ für einen sehr spannendes Marktfeld, wo sicherlich noch nicht das große Potential genutzt wird. Woran liegt es? Liegt es einfach daran, dass bei bestehenden PV-Anlagenbetreiber das Thema Speicher noch nicht angekommen ist? Ist schlichtweg die Einspeisevergütung aus den letzten Jahren der Hemmschuh für Speichernachrüstung? Oder wird einfach noch abgewartet, bis sich die Speichertechnologie  weiterentwickelt und auf den Bedarf des Prosumer noch näher eingeht? Spielt die Möglichkeit von Regelenergie für den Endkunden eine wichtige Rolle?

All diese Fragen möchten wir in der kommenden Studie in Kooperation mit unterstützenden Firmen aus dem Speicherbereich beantworten können. Auch wollen wir das Stammtischwissen (zu teuer / rentiert sich nicht) widerlegen. Sicherlich kann sich ein Speicher nur schwer wirtschaftlich darstellen, aber es gibt andere Vorteile und Nutzungsvorteile durch einen Speicher ohne immer die monetäre Seite als Einzigste zu betrachten.

Für die Studie werden wir einen Retofit Rechner programmieren und in der größten Online Coummnity im Bereich Photovoltaik dafür nutzen und sind heute schon gespannt auf die Ergebnisse der User.

Weitere Information und Möglichkeiten der Unterstützung gerne direkt bei uns unter info@denkzentrale-energie.de